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Tommy Haas gewinnt Finale der 20. Gerry Weber Open gegen Roger Federer

LIVE: Tommy Haas vs. Roger Federer, Tennis Gerry Weber Open - Finale

LIVE: Tommy Haas vs. Roger Federer, Tennis Gerry Weber Open - Finale

Tommy Haas entzaubert Roger Federer im Finale des Jubiläumsturniers
34-Jähriger gewann als erster deutscher Tennisprofi zum zweiten Mal in Halle/Westfalen

Halle/Westfalen. Als Tommy Haas nach 95 Minuten im Finale der 20. GERRY WEBER OPEN seinen ersten Matchball verwandelte, wusste der gebürtige Hamburger gar nicht so recht, wohin mit seinen  Gefühlen. Kopfschüttelnd ging er zum Shakehands mit seinem guten Freund Federer und konnte noch gar nicht recht fassen, welch Kunststück ihm da gerade geglückt war. Um exakt 15.06 Uhr nahm er dann aus den Händen des Siegers der ersten GERRY WEBER OPEN von 1993, Henri Leconte, den Siegerpokal entgegen.

„Das ist vielleicht der schönste Erfolg meiner Karriere. Ich wollte unbedingt noch meinen 13. Titel gewinnen, weil 13 meine Glückszahl ist, aber dass es hier auf deutschem Boden geklappt hat, ist unglaublich“, meinte ein strahlender Tommy Haas, der mit einer Wildcard ins Turnier startete und vor einer Woche niemals mit diesem Erfolg gerechnet hätte. „Ich kann es eigentlich noch gar nicht fassen und werde dies erst später realisieren. Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass ich hier den Titel gewinne und dann auch noch im Finale gegen Roger Federer, den vielleicht größten Tennisspieler aller Zeiten – ich hätte wohl gesagt, Du hast nicht alle Tassen im Schrank“, beschrieb Haas seine Traumwoche in HalleWestfalen.

Tommy Haas (rechts) entzaubert den Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer im Endspiel der 20. GERRY WEBER OPEN in HalleWestfalen. © GERRY WEBER OPEN (HalleWestfalen)

Tommy Haas (rechts) entzaubert den Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer im Endspiel der 20. GERRY WEBER OPEN in HalleWestfalen. © GERRY WEBER OPEN (HalleWestfalen)

Vor 11.500 Zuschauer im ausverkauften GERRY WEBER STADION erwischte allerdings der Haller Rekordsieger Roger Federer den besseren Start. Haas, der genau wie sein Konkurrent aus der Schweiz bis zum Finale in diesem Turnier erst ein Break kassiert hatte, musste Federer gleich das erste Aufschlagspiel überlassen, fand nach einem 1:3-Rückstand aber immer besser ins Match. Im fünften Spiel krönte der Deutsche dann seine Aufholjagd mit dem Break zum 3:3 und war von nun an der etwas aggressivere Spieler. Haas riskierte mehr, während sich der Weltranglistendritte immer mehr Fehler leistete und sogar frühzeitig zwei Satzbälle des Deutschen abwehren musste. Die Entscheidung fiel dann im Tie-Break, als Haas, der 2009 erstmals die GERRY WEBER OPEN gewann, wieder einem Rückstand hinterherlief, nach einem abermaligen Comeback letztlich seinen vierten Satzball nutzte.

Genau wie im Viertelfinale gegen Milos Raonic verlor Federer also den ersten Satz und versuchte dann im zweiten Durchgang das Tempo zu erhöhen. Gleich im zweiten Spiel verpasste der Schweizer aber zwei Breakchancen und hatte danach bei eigenem Aufschlag deutlich mehr Schwierigkeiten als der Deutsche. Die logische Folge war Haas’ Break zum 5:4, das er sich mit einem der spektakulärsten Ballwechsel des Turniers verdiente. Anschließend hielt der Wimbledon-Halbfinalist von 2009 dem nervlichen Druck stand, servierte weiter konstant und profitierte beim Matchball von einem der zahlreichen vermeidbaren Fehler Federers, der sich anschließend als fairer Verlierer zeigte: „Ich wusste, dass es ein sehr schwieriges Match wird. Am Anfang habe ich ein paar Chancen verpasst, aber dennoch war es eine super Woche für mich. Tommy war danach der bessere Spieler und ich gönne ihm diesen Erfolg wirklich.“

Federer spielte an diesem Sonntag in HalleWestfalen bereits sein 105. Finale im Profi-Circuit, verpasste aber seinen 75.Turniersieg. Für Haas war es der 13. Erfolg im 22. Endspiel. Durch den Sieg rückt der Deutsche außerdem auf Platz 51 in der ATP-Weltrangliste vor.

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Routinier Haas fordert Rekordsieger Federer im Finale der 20. GERRY WEBER OPEN
Alter schützt vor Siegen nicht! – Tommy Haas steht zum zweiten Mal im Endspiel

HalleWestfalen. Tommy Haas hat mit einer Wildcard für eine der Überraschungen der GERRY WEBER OPEN 2012 gesorgt und steht zum zweiten Mal überhaupt im Endspiel. In einem engen deutschen Halbfinale gewann der 34-Jährige gegen Nadal-Bezwinger Philipp Kohlschreiber mit 7:6 (5), 7:5. Im Endspiel wartet auf Haas nun GERRY WEBER OPEN-Rekordsieger Roger Federer. „Für mich ist das auch ein kleines Rätsel. Ich bin einfach nur glücklich, hier nochmal so ein Tennis zu spielen. Jetzt im Finale gegen Roger ran zu dürfen, ist ein Traum“, freute sich Haas über seinen  großen Coup. 95 Minuten lang lieferten sich die beiden deutschen Davis Cup-Spieler ein intensives,  ausgeglichenes und unterhaltsames Rasentennismatch. Vor 11.000 Zuschauern im GERRY WEBER STADION war aber zunächst Kohlschreiber der aktivere Spieler. www.Liveticker.TV

Beflügelt von seinem Sieg gegen Rafael Nadal wollte „Kohli“ jetzt den nächsten Schritt machen, fand aber gegen den konstant servierenden Haas kein entscheidendes Mittel. Haas brauchte dagegen Zeit, um zu seinem Returnspiel zu finden. Erst im fünften Aufschlagspiel von Kohlschreiber machte der gebürtige Hamburger Haas seinen ersten Returnpunkt. Im Tie-Break gestaltete sich die Partie deutlich offener – erst zog Kohlschreiber auf 4:1 davon, dann schlug Haas zurück und profitierte im entscheidenden Moment von einem vermeidbaren Fehler seines Kontrahenten. „Tommy hatte einfach die Eier, in den entscheidenden Moment richtig Gas zu geben“, umschrieb Kohlschreiber nicht nur den Tie-Break präzise, sondern traf damit auch den Kern des zweiten Satzes. Durch den Satzgewinn gepusht, returnierte Haas wesentlich besser und brachte Kohlschreiber immer wieder ins Wanken. Den fünften Breakball nutzte Haas schließlich und servierte das Match nach Hause, ohne überhaupt einen Breakball zugelassen zu haben.

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Alter schützt vor Siegen nicht: Routinier Tommy Haas steht im Finale der GERRY WEBER OPEN 2012 gegen den Rekord-Grand-Slam-Sieger Roger Federer. © GERRY WEBER OPEN/KET (HalleWestfalen)

Alter schützt vor Siegen nicht: Routinier Tommy Haas steht im Finale der GERRY WEBER OPEN 2012 gegen den Rekord-Grand-Slam-Sieger Roger Federer. © GERRY WEBER OPEN/KET (HalleWestfalen)

Unmittelbar nach dem verwandelten Matchball war Haas bereits die Vorfreude auf das große Finale anzumerken. „Ich muss einfach so spielen, wie in den letzten Matches, dann habe ich vielleicht eine klitzekleine Chance. Es ist aber schon lange her, dass ich gegen Roger gewonnen habe. Das war zuletzt bei den Australian Open 2002. Ich brauche wahrscheinlich, die beste Unterstützung vom Publikum, die man sich nur vorstellen kann“, sagte Haas mit einem breiten grinsen in Richtung der begeisterten ostwestfälischen Tennisfans.

Federer setzte sich zuvor souverän mit 6:1, 6:4 gegen den Russen Mikhail Youzhny durch und verwandelte seinen ersten Matchball nach exakt einer Stunde Spielzeit standesgemäß mit einem Ass.  Es war eine Demonstration der Stärke, denn der Schweizer Weltranglistendritte war seinem Gegenüber in allen Belangen überlegen. Damit baute er seine Bilanz gegen den Russen auf 13:0-Siege aus. „Ich habe von Beginn an sehr gut ins Spiel gefunden und dann lief es einfach super für mich“, freute sich Roger Federer, der zum siebten Mal in das Finale der GERRY WEBER OPEN einzog. In der Tat konnte einem der Russe fast leidtun. Er fand im ersten Satz überhaupt nicht seinen Rhythmus. Nach nur 21 Minuten war der Spuk des ersten Durchgangs vorbei.

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Vielleicht hörte der Schweizer Rasenkönig auf den Zuruf eines Zuschauers, der Roger Federer doch nicht ganz so schnell zu spielen. Jedenfalls machte der Weltranglistendritte ein paar leichte Fehler und Mikhail Youzhny packte sein Kämpferherz aus. Beim Stand von 2:5 schaffte der Russe ein Break. Die Wende schaffte er damit aber letztlich nicht mehr. „Es war ein perfektes Match. Jetzt freue ich mich auf das Finale mit Philipp oder Tommy. Egal gegen wen, es wird sehr schwer werden“, schaute Roger Federer auch gleich wieder nach vorn.

Egal gegen wen, es könnte der 50. Sieg in Folge von Roger Federer gegen einen deutschen Spieler werden. Eine zweifelsohne beeindruckende Bilanz. Und noch eine unglaubliche Bilanz: Sollte er die diesjährigen GERRY WEBER OPEN gewinnen, wäre es sein 75. Turniersieg auf der Tour. Vor ihm liegen nur noch Jimmy Connors (USA, 109 Turniersiege), Ivan Lendl (USA, 94 Turniersiege) und John McEnroe (77 Turniersiege). Von zwölf Spielen gegen Tommy Haas konnte Federer bisher zehn gewinnen. Zuletzt standen sich die beiden 2009 im Wimbledon-Halbfinale gegenüber. Der Schweizer gewann7:6 (3), 7:5, 6:3.

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